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Barcelonablog (3): Die Bestien

23/09/2011

Die Tage der Bestien sind angebrochen. Das ist natürlich ein Grund zur Freude. Heute wie vor zehn Jahren, denn ja, zehn Jahre mindestens muss es her sein, dass ich zuletzt zur Bestienzeit hier war. Wobei zehn Jahre im Leben einer Bestie natürlich nichts weiter sind als ein Windhauch, ein Flügelschlag, ein Feuerzüngeln – darin sind die Bestien uns Menschen ebenso ähnlich wie in fast jeder anderen Hinsicht.

Aber verquasseln wir uns nicht, verneigen wir uns lieber: vor dem Löwenkönig, der die Blumen bringt, vor der Drachenfrau mit den festen Brüsten, vor dem Riesenmaultier, das uns anblickt wie eine gutmütige Betriebsursel, um später mit Raketen aus seinem Rachen der Prozession den Weg freizuschießen.

Noch sind sie alle friedlich. An der Rambla, im Palast der Vizekönigin, ist das Seguici popular ausgestellt, das volkstümliche Festinventar der Stadt, und das besteht, wenn man von den Riesen und den Schwellköpfen absieht, eben aus den Bestien. Sie übernehmen an diesem Wochenende in Barcelona die Herrschaft. Ich werde getreulich davon berichten, ist ja klar. Und nicht alle sind sie in ihrem Verhalten so berechenbar wie die Mulassa (das Riesenmaultier). Bei der unrasierten Schildkröte zum Beispiel weiß vorab niemand, ob sie Feuer speien wird oder Wasser oder Bonbons.

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