Skip to content

Barcelonablog (6): Der Älteste soll tanzen

25/09/2011

25. September 2011

So war das, so etwa, gestern spätabends oder heute frühmorgens auf der Plaça Sant Jaume. „Gràcia Power“, von so einem Titel soll man sich nicht abschrecken lassen. Er ist schlicht wörtlich zu nehmen. Drei Generationen katalanische Rumba zusammen auf der Bühne, sechzehn Musiker, die gemeinsam – ich kann es mir nicht verkneifen, hier das Wort loslegen zu verwenden.

Anders als Rockmusik, die immer öder und breiiger und breitbeiniger wird, je mehr Leute sie zusammen darbieten, ist Rumba ein Genre, bei dem mit der Menge der Spielenden einfach nur der Druck wächst. Dabei sehen die Herren an den Instrumenten und Mikrofonen großenteils aus wie stellvertretende Filialleiter.

Und in gewisser Weise sind sie das ja auch, bloß ist die Filiale eben diese hochexplosive Variante der Rumba, die die Gitanos im Viertel Gràcia in den Sechzigerjahren ausgeheckt haben. Und so wird gewirbelt und gesungen, von den drei Marias, vom stummen Polizisten und vom fliegenden Motorrad, und weil man in diesen Kreisen noch Achtung vor dem Alter hat, macht der 75jährige Senior der Mannschaft den Vortänzer, und dann fängt der ganze Platz an zu zappeln, selbst die dauerpatrouillierenden südasiatischen Bierdosenverkäufer legen irgendwann ihre Grabesmienen ab und tanzen mit, das ist wirklich wahr, ich kann es bezeugen, ich war dabei, und hundemüde bin ich heut.

Dabei wird doch nachher noch das Höllentor geöffnet! Also schnell wieder los.

Advertisements
Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: