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Barcelonablog (10): Der Siebenfüßler

29/09/2011

29. September 2011

Heute ist mein Namenstag. Auch das habe ich hier gelernt, vor vielen Jahren, im vorigen Jahrtausend. Damals wohnte ich in Gràcia. In der Straße der Freiheit, Ecke Straße der Venus, parallel zur Straße der Gefahr. Wer diese Adresse toppen kann, soll sich bitte melden und mit mir Namenstag feiern.

Hier das Haus. Angeblich wird gerade ein Fahrstuhl eingebaut.

Eine der besonders tröstlichen Erfahrungen dieser Tage ist für mich, dass Gràcia so gut standgehalten hat. Man hört viel Grausiges über Spekulanten, über Wohnungsbesitzer, die ihre Mieter hinausekeln, und selbst bei einem Kurzbesuch kann man sich überzeugen, dass in Barcelona ganze Straßenzüge auf diese Weise ihr Gesicht verloren haben.

Doch obwohl es ins Beuteschema der „Gentrifizierer“ passt wie kein zweites Stadtviertel, hat Gràcia sein Gesicht gewahrt. Hier sitzen immer noch alle Generationen zusammen um die Plätze (und in der Mitte balgen sich die Hunde und spielen die Kinder Ball), hier gibt es immer noch die schönsten und entspanntesten Kneipen, die meisten Okupes und die nettesten Independentistes, hier hat die uralte Eisenwarenhandlung ebenso überlebt wie der Plattenladen, und auch der Trödler „Siebenfüßler“ ist noch da, wo er hingehört. Das ist in Zeiten wie diesen nicht weniger als ein Glück.

In Deutschland, so erfahre ich, sind sie nun mit dem Dreh von Ausgerechnet Sibirien fertig. Also ein weiterer Grund zum Feiern, klaro, auch für mich, hier in Gràcia.

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